Category: General

  • Phänomen Netzladen

    Schade eigentlich, heute war ich nicht fit genug, um mir mal wieder das klassische Freitags-Phänomen des Netzladens anzutun. Nicht nur, dass sich in diesem grenzgenialen Schmelztigel konspirativer Kultur jeden zweiten Donnerstag im Monat meine heissgeliebte LUUSA trifft, nein, dort ist auch jeden (Frei)tag offener Abend.

    Und so zusammengewürfelt die Gruppen im Netzladen sind, so vielschichtig sind auch diese Freitage. Wo sonst kann man sich denn nachts um drei Wechselgeld für eine Schachtel Kippen besorgen, um im Anschluß dann heiteres Song-Raten mit DJ Jens zu betreiben?

    Faszinierend, horizonterweiternd und – fast immer – urkomisch. Nur, wirklich Fehl am Platz ist man dort nur sehr selten…

  • Spin Doctors wieder vereint

    Gestern hatte ich ihn wieder – einen dieser Retro-Momente. Beim Surfen auf meiner Lieblingsseite http://www.suprnova.org erblickte ich doch tatsächlich ein Album der tollen Spin Doctors, der Helden meiner Jugend.

    Two Princes, diese Hymne der 90er dudelte vor meinem geistigen Ohr und dank btdownloadcurses auch kurze Zeit später aus meinem Boxen. Und, angestachelt von dieser Musik und der Tatsache, dass ich da gerade ein Best-Of-Album hörte, das optisch aussah wie frisch vom Woolworth-Grabbeltisch, recherchierte ich die Geschichte dieser genialen Band nach.

    Und, es kam wie es kommen mußte, kurz nach dem Zenit des Erfolgs, nach Veröffentlichung von Turn it upside down, löste sich die Band auf. Aaaber, es gibt Hoffnung in Form einer Reunion und einem neuen Album, dessen Veröffentlichung für diesen Sommer geplant ist.

    Mehr zur spannenden Geschichte der Band findet sich auf http://www.spindoctors.com, der offiziellen Homepage der Band.

  • Geburtstag im Café

    27. Januar 1997 / Hamburg:

    Ein kalter Januartag. Niels, Malte und ich ziehen um die Häuser, um eine Möglichkeit, die Zeit bis zum Nachmittag totzuschlagen. Langeweile macht sich breit. Und, zu allem Überfluss habe ich auch noch Geburtstag.

    McDonalds stellte keine wirkliche Lösung dieses Problems dar und so sind wir nach einiger Zeit und viel Herumirren in einem kleinen Café in einer Seitenstraße gelandet.

    Dort wurden gerade die Kreidetafeln mit dem Gericht des Tages beschrieben und wir nisteten uns auf einen Tee dort ein und philosophierten über Gott und die Welt. Nach ein paar Stunden und einer Begegnung mit einem Duisburger Straßenmusiker war mir klar – das war wohl die bislang schönste Art, meinen Geburtstag zu feiern.

    Von dort an versuchte ich bislang jedes Jahr, meinen Geburtstag in einem Café zu verbringen, und auch dieses Jahr mache ich da keine Ausnahme.

    Daher:

    kommt doch einfach am Dienstag, den 27. Januar 2004 ab 18h ins La Croque in Köln. Die erste Runde geht natürlich auf mich.

    Ach, nur als Fußnote:
    Das Café, in dem ich damals meinen Geburtstag verbracht habe, ist inzwischen wie vom Erdboden verschluckt. Trotz intensiver Suche vor Ort war es bei einem Besuch Hamburgs vor anderthalb Jahren nicht mehr auffindbar.

  • Flieger-Freunde

    Nun, dank des Flughafens Köln/Bonn haben wir in Deutschland nun fast identische Verhältnisse wie die – aufgrund ihrer prikären Insellage – schon immer aerophilen Britten.

    Eine Riesenmenge an Billigfliegern, allen voran Germanwings, HLX und auch bald Easyjet steuern eine mannigfaltige Vielzahl von europäischen Zielen zu Zahnspangenträgerinnentaschengeld – kompatiblen Preisen an.

    Doch, was genau bewirkt diese sozioökonimische Veränderung des Reiseverhaltens des Durchschnittsdeutschen? Klar, auf den ersten Blick: man fliegt mehr.

    Schwierig wird es nur, wenn man allein fliegt. Dann ist man auf Gedeih und Verderb dem Sitznachbarn ausgeliefert. Wer kennt das nicht, diese herzzerreißenden Gespräche über Beruf, Politik und Beziehungskrisen, die sich innerhalb der kurzen Zeit zwischen Start und Landung entwickeln und meist unweigerlich im Austausch von Adressen, Telefonnummern oder gar Wäschestücken enden.

    Obwohl man die Person, der man da gerade die Geschichte der selbst erlebten Geschlechtskrankheiten in allen Einzelheiten darbietet, erst seit ein paar Minuten und dank des Schicksals der freien Platzwahl kennengelernt hat, ist das Gefühl von Vertrautheit, ja sogar tiefer und inniger Freundschaft plötzlich da. Ob dies eine Nebenwirkung des Kabinenunterdrucks oder des Tomatensaftkonsums ist, darüber kann nur gemutmaßt werden.

    Doch, so plötzlich wie die Freundschaft began, so plötzlich endet sie auch wieder, sobald das Fahrgestell auf dem Boden aufsetzt. Merke: begehe niemals den Fehler und melde dich bei einem Deiner Flieger-Freunde erneut. Versuche es erst gar nicht – oder glaubst Du etwa, das die Telefonnummer wirklich echt war? Oder die Liste der Geschlechtskrankheiten? Hey, ich bitte Dich, immerhin bist Du schon seit einigen Jahren auf diesem Planeten unterwegs und kannst offensichtlich sogar das Internet bedienen.

    Und jetzt erzähle mir bloß, dass Du sie nicht noch zwei Stunden vor dem Abflug einstudiert hast, Deine ganz persönliche Lebensgeschichte für diesen Flug? Nicht… oh, dann bereite Dich am Besten beim nächsten Mal besser vor. Und vergiß nicht, die Kinder Deines Nachbarn zu fotografieren.